Lavendel im Garten
Hin & weg 2019,  Mikro-Camper,  Unterwegs

Mecklenburgische Seenplatte

Wir haben die Nacht auf Rügen ganz gut geschlafen, wobei es im Auto super warm war. Tina hat ohne Funktionskleidung und unbedeckt und mit offenem Schlafsack geschlafen, das will schon was heißen. Gestern Abend konnten wir noch den Sternenhimmel sehen – super romantisch, wenn da nicht der Ohrwurm gewesen wär. ** Ich seh den Steeeernenhimmel, Steeeernenhimmel oooh ooh … 

Ich bin schon um fünf kurz wach geworden und konnte den Sonnenaufgang sehen, um sieben Uhr waren wir dann richtig wach, haben das Auto wieder startklar gemacht und uns dann in aller Ruhe einen Kaffee gekocht. Vanlife (auch wenn wir keinen Van haben) heißt nunmal auch, alles an Wasser dabei zu haben, was so benötigt wird – Trinken für Mensch und Tier, Kochen, Waschen, Zähneputzen etc. pp. Daher hatten wir bisher immer ausschließlich Naturellen Wasser dabei, gestern war das allerdings im Markt unserer Wahl ausverkauft und wir mussten auf Mineralwasser zurückgreifen. Wer jemals überlegt, dass die Kohlensäure verkocht – tut sie nicht. Unser Kaffee mit Mineralwasser hat so derbe chemisch geschmeckt, dass wir ihn weggekippt haben.

Über Poseritz sind wir zur Mecklenburgischen Seenplatte gefahren. Diesmal haben wir die Insel über die kleine Brücke gefahren und konnten die GROSSE aus einem anderen Winkel sehen. Auf dem Weg haben wir außerdem nach einem Kaffee mit Pflanzenmilch Ausschau gehalten. Keine Chance. Auf die Frage „Haben Sie auch Soja-Milch?“ (und dem „Nein“ und „Okay, dann nehme ich zwei Laugenstangen“) hat Tina sogar noch (obwohl das Thema eigentlich durch war) die Antwort „Höchstens, wenn Sie sie sich selbst mitbringen“ bekommen. Äh ja! Danke für den guten Tag.

Unseren Kaffee haben wir dann bei Coffee Fellows auf der Autobahnraststätte bekommen. 4,20 Euro für einen Cappucino mit Karamelsirup. Holy fuck, that’s why we have a Campingkocher! Zumindest war der Deckel aus recyclebarem Material und nicht aus Plastik.


In Neustrelitz haben wir die Schlüssel für das Ferienhaus abgeholt. Die nächsten vier Nächte verbringen wir in einem Bungalow in Carwitz, das Tinas Tante uns für ein paar Tage überlassen hat. Kaum angekommen, sind wir direkt in den Entspannungsmodus gerutscht. Soo schön hier! Carwitz ist ein kleiner Ort in einer Seenlandschaft, der nächste Ort mit Einkaufsmöglichkeiten ist sieben Kilometer entfernt und Handyempfang gibt es nur selten. Kaum zwei Minuten 4G, springt die Anzeige auf „Kein Netz“. Aber das kennen wir ja schon von den letzten Nächten. Der Bungalow hat einen kleinen umzäunten Garten, sodass wir ein bisschen Obacht auf Damien hatten – denn der rast über den Rasen und jagt Vögel und auch alles, was er sonst so sieht. Es ist so toll ihn so zu sehen, wie viel Spaß er dabei hat!

Die nächsten Tage stehen im Zeichen der Entspannung. Und so haben wir auch direkt ein Runde gedöst.

Ich bin später nochmal los zum einkaufen um das Auto am nächsten Tag stehen zu lassen. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist sechs Kilometer entfernt in Feldberg. Janine und Holger haben uns den Schlüssel für das Paddelboot dagelassen, mal schauen ob wir drei morgen vielleicht paddeln gehen.

Am Abend gab es Salat und – natürlich vegane – Schnitzelbrötchen gegessen, mit Damien Frisbee gespielt und den Abend mit einem (oder zwei) Glas Wein, umgeben vom Zirpen der Grillen, ausklingen lassen.

Zur Krönung des Tages gab es eine ausgiebige Dusche und einen Hund der k.o ist. Wie schön, wieder ein toller Tag! 


Der nächste Tag in Carwitz war sehr ruhig, ein entspannter Tag im Garten. Zwischendurch haben wir Damien mit Butter die Schmiere, die er sich in Pütten unter dem Auto eingefangen hat, ausgewaschen, das ging super gut – jetzt hat er einen kleinen Butterkopf, aber da gibt es ja wahrlich Schlimmeres. Später am Tag war ich dann doch nochmal los nach Feldberg, weil wir super Lust auf Eis hatte. Der Edeka hatte tatsächlich eine gute vegane Auswahl und so habe ich Eis für 13 Euro gekauft kaufen. Yeah! Jetzt müssen wir drei Tage Eis essen – gibt ebenfalls Schlimmeres.


Am Samstag sind wir nach Neustrelitz gefahren um Tinas Mum zu besuchen. Wir waren spazieren und haben am Nachmittag im Garten gegrillt. Der Garten von Tinas Mum ist wahrlich ein Traum. Kräuter, Blumen, kleine Bäume, Kartoffeln, Zuccinni, essbare Blumen .. und alles in einer wahnsinns Blütenpracht. Es gibt sogar ein Bett aus Thymian, unglaublich. Damien ist die ganze Zeit durch den Garten gerast – und hat dabei nicht nur Kartoffeln sondern auch Blumen ausgegraben. Witzig war es dann auch, als Doris den Rasensprenger eingeschaltet hat und jeder von uns nass geworden ist.

Der Sonntag war nochmal im Powerchiller-Modus, denn morgen geht es bereits weiter. Also: Kaffee, Frühstück und Lesen. 

Später dann noch einkaufen, ein kleines Dankeschön an unser Gastgeberpaar kaufen. Während Tina bei Edeka war, sind Damien und ich ein Stück gelaufen um nicht im warmen Auto zu warten. Wir waren mit den Füßen/Pfoten im See und haben dann auf der Rücksitzbank bei offener Tür „Radfahrer/Motorräder/Hunde akzeptieren“ geübt, das hat super geklappt.

Leider ist Tina heute erkältet und ein bisschen auf Sparflamme, so habe ich uns dann alle Reste gekocht. Nudeln mit Zuccinni (aus dem Garten von Doris), und Gorgonzola-Tomatensoße. Dieser vegane Gorgonzola war wirklich lecker. Als zweites Gericht habe ich noch Reis gekocht, aus dem wir unterwegs Reissalat machen können. Das können wir am nächsten Tag mitnehmen und brauchen uns zwei Tage nicht ums Essen kümmern. 

Am Nachmittag ist Damien durch die Hecke gebüxt und somit – selbst Schuld – nur noch an der Schleppleine im Garten. Der kleine neugierige Devil hat das gestern in Neustrelitz auch schon gebracht…

Am Abend waren wir noch am See und ich bin mit Damien ins Wasser gegangen. Bis zum Bauch ist bei ihm alles schick, aber weiter ist ihm nicht so geheuer, schön war es trotzdem. 

Zum Abschluss des Tages dann noch ein Magnum, das Eis muss ja weg!

Mal schauen wohin es uns dann morgen hin verschlägt. Geplant ist der Spreewald, aber eventuell macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dann gehts gen Westen bis an einen schönen Ort mit gutem Wetter.