Frankreich,  Gedankenstrudel,  Unterwegs

Frankreich, lernen wir uns nochmal besser kennen?

Vor neun Tagen sind wir von Belgien nach Frankreich gefahren. Heute sind wir bereits in Spanien. Bereits ist gut – neun Nächte ist ein Vielfaches von dem, was wir bisher in Frankreich verbracht haben. Im Oktober 2020 sind wir mit zwei Übernachtungen durchs Land gefahren, im April auf dem Rückweg sogar mit nur einer. Von daher ist das jetzt schon fast ein Langzeitaufenthalt.

Nein ehrlich … wir hatten uns vorgenommen, langsam nach Portugal zu fahren. Ganz entspannt, wir haben ja Zeit. Von Rotterdam in den Niederlanden über Belgien und Frankreich bis Spanien, immer entlang der Küste. Der erste Eindruck von Frankreichs Küste war atemberaubend. Wir kamen am Abend am Stellplatz an, zwei Minuten Fußweg vom Meer. Die winzige Stadt Audresselles ragt in das Meer, in den Sonnenuntergang. Mein neues Bild war gesetzt.

Das Land der unsympathischen Nationalmannschaft, der Crossaints und des Eiffelturms, hat mich nie gereizt. Ich mochte die französische Sprache nicht so sehr. Und plötzlich war mein Interesse geweckt, an Tag 1. Das war vielversprechend. Wir blieben zwei Tage am Platz und zogen dann weiter. Frankreich ist groß.

Zwei Tage später waren wir in der Normandie, standen direkt am Strand. Schon traumhaft. Es hat die Tage immer mal wieder geregnet. Was wir sehen wollten, haben wir wegen des Wetters ausgelassen – macht doch auch keinen Spaß, Stunden durch Nieselregen zu spazieren, egal wie schön die Sehenswürdigkeit ist. Wir kamen in das Gefühl unbedingt voran kommen zu wollen, schnell nach Portugal durchfahren zu wollen. Aber eben nicht rasen. Wir hätten ohne Probleme am nächsten Tag da sein können – wäre ein langer Trip, aber das kannten wir ja schon. Und dann war auch schon die letzte Urlaubswoche. Sobald es wieder mehr ans Arbeiten geht, stehen wir auch mal 2-3 Tage. Aber dann sind wir spät in Portugal und wir möchten doch noch eine Zeit im Norden des Landes verbringen. Die Douro Tal mit all dem Wein ist einfach traumhaft schön.

Also haben wir beschlossen zügig weiter zu fahren, aber halt nicht zu schnell.

Jetzt sind wir in Spanien und ich weiß, dass ich Frankreich nochmal richtig erleben möchte. Ich höre die Sprache inzwischen gerne, die Landschaften sind wirklich schön. Für mein Gefühl ist Frankreich ein sehr Camping offenes Land. Es gibt unzählige kostenlose und wirklich richtig schöne Stellplätze. Im Grünen, am Strand, in Städten, auf Bergen .. und sehr oft mit ebenso kostenloser V/E.

Wir müssen mal paar Wochen nur für Frankreich einplanen. Aber wann, wir haben noch so viel vor.

Langsames Reisen ist manchmal gar nicht so einfach …